Gründungskredite erhalten: Tipps von Thomas Katmann im Interview mit René Klein von Für-Gründer.de

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Bei der Beantragung von Fördermitteln und Krediten tun sich viele Gründer schwer. Für Gründer.de hat mit uns zu diesem Thema ein Interview geführt. Thomas Katmann spricht darüber, wie man mit seinem Businessplan Erfolg bei den Banken hat, worauf es beim Kreditantrag ankommt, welche Förderkredite es gibt und die besonderen Möglichkeiten der Finanzierung über die Grenke Bank.

Für-Gründer.de: Hallo Herr Katmann, Sie sind als Coach für Gründer und Unternehmen aktiv – welche Konzepte haben Sie denn beispielsweise in diesem Jahr bereits mit auf den Weg gebracht?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Dieses Jahr gab es schon einige richtig spannende Konzepte. Viele davon verbunden mit einem hohen Finanzierungsbedarf. Spontan fällt mir da z.B. „Johann the Concept Store” ein, ein Concept Store mit Schwerpunkt Designermode und ein auf die Zielgruppe abgestimmtes Zusatzsortiment. Oder auch „Der GartenLaden”, ein Gartencenter, das sich auf Pflanzen aus regionalen Gärtnereien in Bio-Qualität und besonders schönen Wohn- und Gartenaccessoires spezialisiert hat.

Auch die Gründung des Online-Stores „Stil Carrée” mit dem Angebot von hochwertigen Stiefeln und dem besonderen Angebot der Teilmaßfertigung wir beratend begleiten. Nicht zu vergessen, Dienstleister wie z.B. Jens Fauldrath. Einer der führenden Köpfe in Deutschland im Bereich SEO, der gemeinsam mit seinen beiden Geschäftspartnern ein eigenes Beratungsunternehmen gegründet hat.

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gral – Das Beraterteam

Für-Gründer.de: Stichwort Finanzierung: kaum eine Gründung kommt ohne externes Kapital aus. Wie macht man einen Businessplan bankreif und an welchen Stellen haben viele Gründer im Businessplan Defizite?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Gute Frage! Die Banken haben tatsächlich einen ganz eigenen Blick auf den Businessplan. Viele Gründer glauben, es kommt auf den Umfang an und beschreiben, möglichst noch in schönstem „Fachchinesisch”, ihr Geschäftskonzept bis ins kleinste Detail. Kein Banker möchte sich damit wirklich auseinandersetzen.

Entscheidend ist, die wesentlichen Punkte, wie z.B. Markt- und Wettbewerbsanalyse, Marketingstrategie und besonders im Handel eine detaillierte Standortanalyse aussagekräftig und belastbar darzustellen. Und dies bitte in einer Sprache, die auch jeder Branchenfremde versteht!

Das A und O ist natürlich eine realistische Finanzplanung mit Umsatz-, Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung, die auch Anlaufzeiten und branchentypische Umsatzschwankungen aufzeigt. Letzteres ist besonders für den Handel entscheidend.

Für-Gründer.de: Was gehört außerdem noch zu einem Kreditantrag? Und worauf schaut die Bank ganz genau?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Die Bank schaut sich - besonders bei der Beantragung von Förderkredtiten – sehr genau die persönlichen und fachlichen Qualifikationen an. Ohne nachweisbare Berufs- und Branchenerfahrung wird es sehr schwer, einen Kredit bewilligt zu bekommen. Das gleiche gilt für negative Einträge in der Schufa-Auskunft.

Für-Gründer.de: Welche Förderkredite gehören zum Standardrepertoire für Gründer?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Bei einem Finanzierungsbedarf bis 100.000 EUR ist der klassische Förderkredit der „ERP Gründerkredit StartGeld”. Dieser Kredit kann auch ohne Eigenkapital beantragt werden. Reichen die 100.000 EUR nicht aus, kommt der „ERP Kapital für Gründung” in Frage. Das Kreditvolumen reicht hier bis 500.000 EUR mit einem Eigenkapital Anteil von mindestens 15%. Neben den KfW-Krediten können für viele Gründer auch die Angebote der Bürgschaftsbank interessant sein.

Für-Gründer.de: Sie sind als Berater auch bei der Grenke Bank gelistet – was hat es damit auf sich?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Die Grenke Bank ist spezialisiert auf die Beantragung des ERP Gründerkredit – Startgeld der KFW. Die Antragsstellung erfolgt online. Dazu arbeitet die Grenke Bank bundesweit mit wenigen ausgewählten Existenzgründungsberatern zusammen, die als Partner gelistet werden und für die Gründer die Kreditanträge einreichen. Seit 2012 arbeiten wir sehr vertrauensvoll mit der Grenke Bank zusammen und haben in dieser Zeit bereits einige Finanzierungen erfolgreich abschließen können.

Für-Gründer.de: Wie funktioniert die Antragstellung bei der Grenke Bank im Detail?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Gemeinsam mit dem Gründer erstellen wir das Unternehmenskonzept und reichen die von der Förderbank geforderten Formulare mit dem Kreditantrag auf der Online-Plattform der Grenke Bank ein. Anfallende Fragen zu dem Projekt klären wir direkt, schnell und unbürokratisch mit unseren Ansprechpartnern bei der Grenke Bank. Dies ermöglicht es, einen einfachen und effizienten Ablauf zu gewährleisten.

Für-Gründer.de: Können Sie uns etwas zu den Erfolgsquoten der Anträge sagen und wann auch die Grenke Bank „nein” zur Finanzierung sagt?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Die Erfolgsquote der von uns eingestellten Anträge liegt bei 90%. Das liegt vor allem daran, dass wir nur Konzepte einreichen, die wir entweder gemeinsam mit den Antragsstellern erarbeitet haben oder die wir – bei bereits bestehenden Konzepten – vorab auf Herz und Nieren geprüft und eventuell überarbeitet haben. Neben einem nachhaltigen Konzept ist vor allem die Finanzplanung entscheidend. Deshalb legen wir hier besonders viel Wert auf realistische Umsatzgrößen, Marktvolumen, Kaufkraft und Zuwachs. Dazu erstellen wir mit dem Analyseprogramm unseres Kooperationspartners gb consite GmbH eine detaillierte Standortanalyse, die die erforderlichen Daten liefert und belegt. Nach Auswertung der Daten bauen wir diese in die Finanzplanung ein.

Ansonsten gilt für die Grenke Bank das gleiche wie bei allen anderen Banken: Klassische KO-Kriterien sind in der Regel eine unrealistische Umsatzplanung, fehlende Branchen- und kaufmännische Erfahrung des Gründers und ein nicht stimmiges Gesamtkonzept.

Für-Gründer.de: Welche Banken sind Ihrer Erfahrung nach gründerfreundlicher als andere?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Auf jeden Fall die Öffentlichen Banken, wie z.B. Sparkassen, VR-Banken aber auch die Bürgschaftsbanken der einzelnen Bundesländer. Privatbanken wie z.B. Deutsche Bank oder Commerzbank haben in den meisten Fällen wenig Interesse an einer Gründungsfinanzierung.

Für-Gründer.de: Noch eine etwas allgemeinere Frage: Gründerland Deutschland – so ruft es das BMWi aus – wie ist Ihre Wahrnehmung als Berater?

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam:

Ja, schön wäre es! Unsere Wahrnehmung ist da eine andere. Spricht das BMWi vom Gründerland Deutschland sind damit eher innovative Start-ups gemeint, mit denen man sich werblich auch schön schmücken kann. Doch für die Gründer von Einzelunternehmen und kleineren Unternehmen wird es immer schwerer finanziell gut abgesichert in die Selbstständigkeit zu starten.

Vor allem seitdem der Gründungszuschuss von einer Soll- in eine Kannleistung umgewandelt, und damit faktisch fast abgeschafft wurde. Dazu kommt, dass Ende 2013 noch weitere wichtige Fördermaßnahmen zurückgefahren werden. Wir stellen immer wieder fest, dass vieles, was so schön dargestellt wird, oftmals reiner politischer Aktionismus ist und mit der Realität der Unternehmensgründer wenig zu tun hat.

Für-Gründer.de: Und abschließend: ihre wichtigsten Tipps für ein gutes Finanzierungskonzept.

Thomas Katmann, gral Das BeraterTeam: Da wäre zum einen eine Umsatzplanung, die neben der Anlaufzeit, auch branchentypische Umsatzschwankungen berücksichtigt. zum Anderen eine Liquiditätsplanung, die die laufende Liquidität aufzeigt und frühzeitig mögliche Engpässe erkennen lässt.

Wichtig ist auch bei der Ermittlung des Finanzierungsbedarfs, alle Kosten zu berücksichtigen und finanzielle Reserven zur Sicherung der Liquidität mit einzuplanen. Und zu guter Letzt unsere wichtigste Empfehlung an alle Gründer: Lassen sie ihr Konzept von einem fachkundigen Gründungsberater prüfen. Profitieren sie innerhalb einer Beratung von den Erfahrungen ihres Beraters und erhöhen sie so ihre Aussichten auf eine Finanzierung.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Gespräch!